Arbeitsplatten aus Keramik, Glas und Kunststein

Hallo zusammen,

heute soll es nochmal um das Thema Arbeitsplatten gehen. Über Arbeitsplatten aus Naturstein habe ich ja bereits einen längeren Artikel geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich euch gerne noch ein paar weitere Materialien vorstellen, die gerne als Arbeitsplatte eingesetzt werden.

Glas

Fangen wir mit Glas an. Glas wird nicht so häufig als Arbeitsplatte eingesetzt, kann aber ein echter Hingucker sein und einen tollen Akzent setzen. Fangen wir mal mit den Vorteilen an: Glas ist ein sehr hartes, säurebeständiges und hitzeresistentes Material. Eine Arbeitsplatte aus Glas kann sehr dünn gefertigt werden (12mm), was eine sehr moderne Optik erzeugt und beispielsweise toll zu einer grifflosen Küche passt. Darüber hinaus lässt sich eine Glasplatte beispielsweise auch von unten beleuchten, was natürlich abends sehr schick aussehen kann.arbeitsplatte_glas

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Allerdings hat Glas nicht nur Vorteile. Der wichtigste Punkt, warum Glas doch relativ selten verbaut wird, ist sicherlich der Preis. Je nach nach Ausführung kann eine Glasplatte locker um die 700 – 1000€ pro Laufmeter kosten (bei 60cm Tiefe). Dazu kommen noch die Ausschnitte und Bohrungen für Spüle, Armatur etc. Auch muss Glas sehr exakt angefertigt werden, denn es lässt sich vor Ort nicht mehr bearbeiten (im Gegensatz zu Stein- oder Holzplatten). Hier kann es schon mal vorkommen, dass eine ganze Arbeitsplatte aus Glas im Müll landet, weil eine Ecke der Küche nicht ganz präzise ausgemessen wurde.

Bei Glas kommt natürlich auch das Thema Kratzer zur Sprache. Hier muss man ganz klar sagen, dass eine glänzende Glasarbeitsplatte sehr anfällig für Kratzer ist. Im neuen Zustand sieht sie sehr edel aus, aber sobald erste Kratzer entstehen sind diese auch deutlich zu sehen. Typischerweise entstehen diese indem zum Beispiel ein Einkaufskorb vor der Tür kurz abgestellt wird und dann auf der Arbeitsplatte ausgepackt wird. Wir der Korb nun etwas hin und her geschoben, dann genügen ein paar Sandkörnchen zwischen Einkaufskorb und Arbeitsplatte um sichtbare Kratzer im Glas zu erzeugen. Meine Einschätzung lautet daher: Glänzende Glasplatten sind etwas für edle Showküchen, aber nur bedingt Alltagstauglich. Anders sieht es schon wieder bei satiniertem Glas aus. Dieses ist wesentlich weniger empfindlich und durchaus alltagstauglich. Einziger Knackpunkt: Es ist auch die teurere Variante.

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Keramik

Arbeitsplatten aus Keramik sind immer mehr im Kommen, denn sie bieten ein paar tolle Vorteile gegenüber massiven Steinarbeitsplatten. Wobei Keramik meistens preislich über einer Granitarbeitsplatte liegt und damit eher für etwas hochpreisiger Küchen in Fragen kommt. Mittlerweile ist der Preis jedoch deutlich gesunken und man bekommt manche Sorten Keramik schon für ca. 400€ pro Laufmeter (60cm Tiefe).

Vorteile: Keramik hält mehr Säure und Hitze aus als Granit, die Platte sind wesentlich leichter (dadurch oftmals größere Maximallänge) und es gibt oft sehr schöne und auch ungewöhnliche Farben / Dekore. Das Material selber ist meist nur ca. 8 – 12mm dick, wird aber mit einer Designkante versehen. Dadurch wird die Platte zusätzlich stabilisiert und die Kante hat die gleich Optik wie die Oberfläche der Platte.

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Manche Hersteller unterfüttern die dünne Keramikplatte zusätzlich mit Trägermaterial, was den Vorteil hat, dass es wesentlich weniger „laut“ ist, wenn man ein Glas oder einen Teller auf der Arbeitsplatte abstellt. Bei anderen Herstellern ist dies gegen Aufpreis möglich. Hier lohnt es sich nachzufragen.

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Oder man bestellt diese direkt als eine massive Arbeitsplatte, ohne Hohlraum.

Elementstein / Kunststein / Silestone / Quarzstein

Das dritte Material über das ich heute schreiben möchte wird unter verschiedenen Namen angeboten: Elementstein / Kunststein / Silverstone / Quarzstein / Quarzit sind nur einige Bezeichnungen. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Steinmehl, Kunstharzen und Farbpigmenten. Dieses wird gepresst und gebrannt, so dass ein sehr haltbares und beständiges Material entsteht, dass manchmal sogar noch etwas mehr Hitze und Säure verträgt als der normale Naturstein (natürlich auch abhängig von der Sorte).

Kunststein gibt es auch in unterschiedlichen Ausführungen, eine matte Oberfläche wird hier beispielsweise gern „leather touch“ oder auch „satiniert“ genannt. Der Vorteil am Kunststein ist auf jeden Fall die Optik, denn hier lassen sich ganz einheitliche Farben realisieren, wie sie in der Natur als Granit  nicht vorkommen (bspw. ein reines weiss oder auch ein knalliges Rot). Manche Sorten lassen sich auch bis zu 12mm dünn schneiden, was eine sehr moderne Optik bewirkt. Preislich liegt der Kunststein oftmals leicht über dem Granit, aber auch hier ist der Hersteller und die Qualität entscheidend.

Oftmals entscheidet bei der Arbeitsplatte die Optik, da sie ja eine große Fläche in der Küche ausmacht. Es lohnt sich also viele Muster anzuschauen. Meist hilft es auch sehr bei der Entscheidungsfindung eine größere Platte aus dem Material anzuschauen, da man dann den Farbverlauf und die Maserung besser einschätzen kann.

So dass wars erstmal zum Thema Arbeitsplatten.

Falls Ihr noch Fragen habt: Schreibt mir einfach 🙂

 

Grüße Marcel

4 Kommentare zu “Arbeitsplatten aus Keramik, Glas und Kunststein
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  1. Hallo Marcel
    Ich habe eine Keramik Arbeitsplatte und suche nach eine schöne Abschlusskante .
    .irgenwelche Vorschläge?
    LG
    Akram

    1. Hallo Akram,

      was genau meinst du mit „Abschlusskante“? Wenn du die Kante vorne an der Arbeitsplatte meinst, würde ich diese immer kantig gestalten mit einer leichten Fase.

      Viele Grüße
      Marcel

    1. Hallo Sabine,

      ja etwas schon. Keramik ist halt gegen Säure und Hitze extrem unempfindlich. Die Preise habe ich im Video Arbeitsplatten mal genau gegenüber gestellt. Da kannst du dir gerne einen Eindruck verschaffen.

      Viele Grüße

      Marcel

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